Stefan, wie bist du Trainer und Coach geworden?
"Das hat viel mit meiner eigenen Vertriebskarriere zu tun. Ich habe sehr gute Trainings erlebt, die mich geprägt haben. Zugleich hatte ich Führungskräfte, die mich inspirierten, und auch solche, die mich leider eher gebremst haben. Irgendwann kam bei mir der Punkt, an dem ich es genauer wissen wollte: Wie entsteht eigentlich Vertriebskompetenz? Und wie lässt sie sich gezielt entwickeln? Ich wollte weg vom Zufall und hin zu einem klaren Konzept."
Wie hast du dieses Ziel verfolgt?
"Durch meine vielen internationalen Reisen hatte ich die Zeit, mich intensiv weiterzubilden. Ich habe unzählige Vertriebsbücher gelesen und mir Schritt für Schritt ein eigenes „Puzzle“ erarbeitet. Heute gebe ich dieses Wissen mit großer Leidenschaft weiter."

„Vertriebskompetenz ist kein Zufall, sondern folgt einem klaren System. Ein System, das sich entwickeln lässt.“
Erzähl uns bitte mehr über deinen beruflichen Background.
"Ich komme aus einem mittelständischen Unternehmen in der Möbelindustrie. Dort habe ich von klein auf erlebt, was Erfolg und Misserfolg bedeuten – und wie wichtig es ist, sich immer wieder neu zu positionieren. Später habe ich bei Unternehmen wie Aldi, Steelcase und Alno gearbeitet und dabei umfangreiche Erfahrungen im nationalen und internationalen Vertrieb gesammelt. Besonders prägend war für mich der Schritt vom lokalen Vertrieb hin zu internationaler Verantwortung. Diese kulturelle Vielfalt hat meinen Blick stark erweitert und hilft mir heute, Projekte offen und ohne Vorurteile anzugehen."
Was bedeutet forma mentis für dich und warum hast du dich für das Team entschieden?
"forma mentis ist ein Stück Heimat. Die Zusammenarbeit mit dem Team – insbesondere mit Thomas – ist geprägt von Vertrauen, Klarheit und einer langen gemeinsamen Geschichte. Gerade als Selbstständiger ist dieses Netzwerk unglaublich wertvoll."
Kannst du kurz beschreiben, was deine Arbeit heute besonders auszeichnet?
"Echtes Interesse. Ich arbeite genau mit der Haltung, die ich auch vermittle. In komplexen Projekten sehe ich zunächst viele Herausforderungen. Meine Aufgabe ist es dann, diese in klare, umsetzbare Strukturen zu übersetzen. Dabei habe ich immer zwei Perspektiven im Blick: den Auftraggeber und die Teilnehmenden im Trainingsraum. Beide müssen profitieren. Es geht nicht darum, ein Programm abzuspulen, sondern darum, echtes Lernen zu ermöglichen."

Was ist dein Ansatz als Trainer, sozusagen dein USP?
"Viele Trainings im Vertrieb setzen auf einzelne Quick Fixes – also auf isolierte Fähigkeiten. Ich arbeite lieber am großen Ganzen. Für mich geht es darum, ein vertriebliches Mindset mit den notwendigen Fähigkeiten zu verbinden. Ich nenne das die Entwicklung einer „Vertriebs-DNA“. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Praxisnähe: Für jedes Training entwickle ich gemeinsam mit dem Kunden individuelle Fallbeispiele. Das ist aufwendig, aber extrem wirksam, weil wir genau in der Realität der jeweiligen Branche arbeiten."
„Für jedes Training entwickle ich gemeinsam mit dem Kunden individuelle Fallbeispiele. Das ist aufwendig, aber extrem wirksam.“
Welche Themen treiben dich dabei an und was möchtest du mit deiner Arbeit erreichen?
"Mein Fokus liegt auf komplexem Vertrieb. Mir ist wichtig, ein positives und realistisches Bild dieses Berufs zu vermitteln. Vertrieb bedeutet für mich, Wert für den Kunden zu schaffen und gleichzeitig unternehmerisch zu denken. Wer versteht, dass er ein echter „Value Driver“ ist, entwickelt automatisch mehr Selbstbewusstsein und Klarheit im eigenen Handeln. Bei all dem möchte ich Spuren hinterlassen. Es geht mir darum, Menschen zu inspirieren, neue Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Vertriebskompetenz ist lernbar – es gibt bewährte Methoden, die nicht jeder selbst neu entdecken muss. Wenn ich dazu beitragen kann, dass Menschen erfolgreicher und selbstbewusster ihren Weg gehen, dann ist das für mich sehr erfüllend."
Welche Haltung ist dir dabei besonders wichtig?
"Geradlinigkeit und Offenheit. Ich schätze klare Kommunikation und genau das finde ich auch im forma mentis Netzwerk wieder. Die Zusammenarbeit ist fokussiert, ehrlich und auf Augenhöhe. Unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht und machen die Arbeit besser."
Mal ehrlich: Was liebst du an deinem Job – und was eher nicht?
"Ich liebe die Vielfalt. Unterschiedliche Branchen, Geschäftsmodelle und Menschen – das hält mich wach und neugierig. Routine ist nichts für mich. Besonders spannend finde ich es, unausgesprochene Themen sichtbar zu machen und Klarheit zu schaffen. Das kann anstrengend sein, ist aber unglaublich wertvoll. Weniger Spaß machen mir stressige Rahmenbedingungen – schlechte Vorbereitung, komplizierte Anreisen oder ungeeignete Trainingsorte. Deshalb investiere ich viel Zeit im Vorfeld, um genau das zu vermeiden."

Gibt es Dinge, bei denen du keine Kompromisse machst?
"Ja – bei oberflächlichen Aussagen über Vertrieb. Vertrieb ist ein anspruchsvolles Handwerk, das oft zu stark vereinfacht wird. Wenn ich merke, dass hier die nötige Tiefe fehlt, gehe ich bewusst in den Diskurs. Da bin ich dann auch durchaus konsequent."
Wie würdest du dich darüber hinaus als Mensch beschreiben?
"Ich habe eine große Bandbreite an Erfahrungen – beruflich wie privat – und kann dadurch oft gut anknüpfen. Ich sehe die Welt mit einer gewissen Leichtigkeit und Humor und schätze die Vielfalt von Menschen und Kulturen sehr. "
Und wann bist du voll in deiner Kraft?
"Wenn ich im Flow bin. Das kann im Training sein, wenn sich eine Gruppe wirklich entwickelt und eine gemeinsame Lernreise entsteht. Oder im Sport – beim Wettkampf, auf dem Rennrad oder auf dem Wasser. Diese Momente geben mir Energie und Sinn."

Wie sieht dein Leben außerhalb der Arbeit aus?
"Sport spielt eine große Rolle. Ich bin viel auf dem Rennrad unterwegs, spiele Golf und Tischtennis – zwei Sportarten, die auf ganz unterschiedliche Weise herausfordern. Außerdem interessiere ich mich für Kunst und Architektur. Und wenn ich kann, zieht es mich ans Meer, am liebsten zum Windsurfen in der Bretagne. Da merkt man mir dann auch an, dass es ein richtig guter Tag war."
Zum Abschluss: Hast du ein Motto, das dich begleitet?
Ja, gleich zwei: „You are the captain of your ship and the master of your fate.“ und ein Zitat von Martina Navratilova: „The better I get, the more I realize how much better I can get.“ Das beschreibt ziemlich gut meinen Anspruch und meine Haltung.