„Mein persönlicher Weg war keine gerade Linie, ergibt aber genau deshalb heute für mich einen Sinn!“
Thomas, wie bist du Trainer geworden?
"Gestartet bin ich ganz klassisch mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann. Danach habe ich ein Studium als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Klingt nach klarer Linie, war es aber nicht. Denn schon kurz darauf zog es mich in den Vertrieb. In den späten 90ern wechselte ich dann in eine Unternehmensberatung mit starkem Fokus auf Callcenter-Organisationen. Dort habe ich Projektmanagement von Grund auf gelernt – von der Akquise über die Konzeption bis hin zur Durchführung von Trainings. Dabei wurde mir schnell klar: Prozesse sind wichtig, aber entscheidend ist der Mensch dahinter. "

Wie beeinflusst diese Erkenntnis deine Arbeit heute?
"Mich fasziniert die Dynamik zwischen Menschen, die Psychologie von Entscheidungen und das Zusammenspiel von Strategie und Beziehung. Genau das ermöglicht es mir bis heute, mich in unterschiedlichste Geschäftsmodelle hineinzudenken, ihre Herausforderungen zu verstehen und gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu entwickeln, die nicht nur gut klingen, sondern im Alltag wirklich tragen."
„Nur wer bereit ist, auch mal unbequeme Fragen zu stellen, bekommt die richtigen Antworten.“
Bei forma mentis unterscheidest du zwischen deiner Rolle als Geschäftsführer und als Trainer. Warum?
"Weil es tatsächlich zwei unterschiedliche Perspektiven sind. Als Geschäftsführer ist es mir wichtig, unsere Kunden langfristig zu begleiten. Ich möchte wirklich verstehen, wofür wir gebraucht werden und nicht einfach nur ein Training verkaufen. Ich bekomme oft zurückgemeldet, dass ich sehr reaktionsschnell und flexibel bin. Gleichzeitig kann ich vor einem Angebot auch unbequem werden, weil ich lieber vorher sauber kläre, was das eigentliche Thema ist. Und dann ist da noch das Team. Wir arbeiten mit freiberuflichen Partnern, sind aber mehr als ein loses Netzwerk. Für den Zusammenhalt dieses Netzwerks fühle ich mich verantwortlich. Auch wenn wir uns alle seit vielen Jahren kennen, bleibt Führung in einem solchen Setting eine spannende Aufgabe."
Bleiben wir kurz bei der Unternehmerperspektive. Was reizt dich an dieser Aufgabe besonders?
"Was mich als Unternehmer begeistert, sind vielseitige Trainingsprojekte, bei denen mehrere Trainer parallel arbeiten – etwa auf großen Vertriebstagungen. Wenn in unterschiedlichen Räumen gleichzeitig an denselben Themen gearbeitet wird und die Teilnehmenden in der Pause feststellen, dass sie trotz verschiedener Trainer auf einer gemeinsamen konzeptionellen Linie unterwegs sind, dann entsteht eine besondere Dynamik. Genau diese Verbindung aus durchdachtem Konzept und starker Teamleistung treibt mich an."

Gibt es Aspekte, die dich eher nerven?
"Alles, was mit interner Konzernpolitik oder komplexen Administrationsprozessen zu tun hat – also Due-Diligence-Prüfungen, internationale SAP-Portale und endlose Abstimmungsschleifen. Ich kenne diese Abläufe inzwischen gut und bewege mich sicher darin, aber wirkliche Freude kommt dabei nicht auf."
„Unsere Zeit ist von Stress, Hektik und immer neuen Impulsen geprägt. Ich will Ruhe vermitteln und so in die Tiefe gehen.“
Und wenn du selbst als Trainer im Raum stehst?
"Ich komme aus der Praxis. Und ich weiß, dass echte Veränderung nicht durch schöne Slides entsteht, sondern durch Reflexion, durch Verlangsamung des Denkens – und durch ehrliches Hinterfragen."
Was meinst du mit „Verlangsamung des Denkens“?
"Unsere Welt ist enorm hektisch und schnelllebig geworden. Manchmal hilft es, innezuhalten, um ein Problem tief zu durchdenken. Nur dann kommt man an die Wurzel und findet passende Lösungen. Alles andere ist Effekthascherei. Leider gibt es gerade in Vertriebstrainings Coaches, die unglaublich viel Energie in den Raum blasen. Echte und vor allem nachhaltige Veränderung ist aber nur dann möglich, wenn diese Energie in den Köpfen der Teilnehmenden bleibt – und nicht verpufft, wenn der Trainer den Raum wieder verlassen hat. Mit anderen Worten: Ich arbeite für Wirkung, nicht für den Applaus. "

Wie gehst du mit Vorbehalten oder Skepsis um?
"In vielen Trainings sitzen Menschen, die eine unglaubliche Erfahrung und Expertise haben. Gerade diese Menschen sind genervt, wenn ein Coach oder Trainer meint, alles besser zu wissen. Ich sage dann zu Beginn eines Trainings oft: Ich bin nicht hier, um euch eure Welt zu erklären. Ich bringe einen praxiserprobten Werkzeugkasten mit, um euch dabei zu unterstützen, eure Welt selbst wirksam weiterzuentwickeln."
Was zeichnet dich darüber hinaus als Trainer aus? Oder anders gefragt: Warum sollten Kunden mit dir zusammenarbeiten?
"Ein Trainer sollte nur dann vor einer Gruppe stehen, wenn er verstanden hat, was die Teilnehmenden wirklich beschäftigt. Ein Vertriebstrainer sollte Vertrieb gemacht haben. Ein Führungskräftetrainer sollte selbst geführt haben. Ich komme aus der Praxis, kenne die Herausforderungen der Menschen und weiß auch, was Führungskräfte nachts wachhält. "
Welche Werte sind dir wichtig?
"Ehrlichkeit und Fairness sind für mich keine Schlagworte, sondern Grundhaltung – vielleicht geprägt durch meine Kindheit als Sohn eines Polizisten. Zugleich habe ich einen hohen Anspruch an mich selbst und an mein Team: im Umgang mit unseren Kunden ebenso wie im internen Miteinander. Am besten arbeite ichdeshalb in einer Atmosphäre, die von Vertrauen, Offenheit und echter Neugier auf Augenhöhe geprägt ist – dort, wo Menschen sich ernsthaft begegnen. Was ich hingegen nicht mag, sind Spielchen oder respektloser Umgang. Wenn Vertrauen missbraucht wird oder jemand versucht, uns über den Tisch zu ziehen, ziehe ich klare Grenzen. Notfalls auch mit einem konsequenten Ausstieg."
„Wenn unser Vertrauen missbraucht wird oder Spielchen gespielt werden, ziehen wir konsequent die Reißleine.“
Was verbindet deiner Meinung nach das Team von forma mentis?
"Wir sprechen die gleiche Sprache. Wir teilen Grundhaltungen, und ich kann mich auf jeden im Team zu einhundert Prozent verlassen. Gleichzeitig gehen alle auch außerhalb von forma mentis eigene Wege. Das hält uns frisch, und es bringt neue Impulse hinein. Diese Mischung aus Verlässlichkeit und Eigenständigkeit macht uns stark."

Wie sieht dein Leben außerhalb von forma mentis aus?
"Meine Frau und ich haben das Reisen mit dem Wohnmobil entdeckt. Da gibt es noch einige schöne Ziele, die wir zusammen entdecken wollen. Generell möchte ich wieder mehr Zeit für uns haben und wer weiß: Vielleicht zieht dann auch wieder ein Hund bei uns ein. Bei der Frage „Party oder Kamingespräch?“ findet man mich eher am Kamin. Ich mag tiefe Gespräche, die durchaus lustig und unterhaltsam sein dürfen. Nur auf laute Schenkelklopfer habe ich keine Lust. "
Hast du darüber hinaus private Ziele?
"Beruflich fließt meine Energie vollständig in forma mentis. Trotzdem habe ich im letzten Jahr eine Ausbildung zum Trauerredner gemacht. Ich sehe dort Bedarf und weiß, dass ich das kann. Im Moment fehlt mir dafür aber die Zeit. Ach ja: Und dann habe ich vor einigen Jahren mit Golf angefangen, und das würde ich gerne weiter vertiefen! "
Hast du ein persönliches Motto?
"Fast alles ist möglich, aber nicht alles ist sinnvoll."