Torsten, wie bist du Coach geworden?
"Der Auslöser war tatsächlich eine persönliche und berufliche Krise. Ich war viele Jahre in leitenden Funktionen tätig, zuletzt als Geschäftsführer mit Verantwortung für rund eintausend Mitarbeitende. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich gemerkt habe: So geht es nicht weiter. "
„Die Krise war mein persönlicher Wendepunkt.“
Was hast du nach dieser Erkenntnis getan?
"In dieser Phase habe ich selbst Coaching in Anspruch genommen und dabei erlebt, wie kraftvoll es sein kann, Verhalten zu verstehen und bewusst zu verändern. Das hat bei mir etwas ausgelöst. Eine echte Neugier. Ich wollte verstehen, wie Veränderung funktioniert, und habe deshalb eine systemische Coachingausbildung begonnen. Daraus ist eine echte Leidenschaft entstanden, die mich schließlich in die Selbstständigkeit geführt hat."

Wie bringst du deine Erfahrungen heute in deine Arbeit ein?
"Indem ich Erfahrung und Reflexion kombiniere. Ich kenne Führung aus verschiedenen Perspektiven – aus der Praxis, aus unterschiedlichen Hierarchieebenen und Kontexten. Und ich verbinde dieses Wissen mit einem starken Fokus auf Selbstführung. Denn für mich ist klar: Gute Führung beginnt immer bei sich selbst. Ich arbeite deshalb viel mit dem Konzept der achtsamen Selbstführung – also der Fähigkeit, eigene Emotionen, Muster und Reaktionen wahrzunehmen und bewusst zu steuern. Erst daraus entsteht wirklich wirksame Führung."
Was verbindet dich mit forma mentis?
"Die Haltung. Ich arbeite hier mit Menschen zusammen, die ähnliche Werte haben und gleichzeitig sehr unterschiedliche Erfahrungen mitbringen. Diese Kombination aus Professionalität und Menschlichkeit ist besonders."
„Auch gestandene Führungskräfte haben Ängste oder sind unsicher. Wer daran arbeitet, gewinnt an Selbstvertrauen und wird wirksamer.“
Warum arbeiten Kunden mit dir?
"Weil ich oft in herausfordernden Situationen gefragt bin. Ich begleite Führungskräfte und Teams vor allem dann, wenn Veränderung notwendig ist – etwa unter Druck, in Transformationen oder auf persönlichen Entwicklungswegen. Das können kurzfristige, intensive Prozesse sein oder langfristige Begleitungen über mehrere Jahre. Was mir dabei hilft: Ich verbinde Zielorientierung mit Empathie. Ich kann sehr klar und leistungsorientiert arbeiten, aber gleichzeitig zuhören, wahrnehmen und verstehen, was unter der Oberfläche passiert."

Wie arbeitest du konkret mit Führungskräften?
"Ich arbeite viel mit Bildern. Eines dieser Bilder ist das sogenannte „DJ-Mischpult“."
Worum geht es dabei genau?
"Jede Führungskraft hat verschiedene Ressourcen zur Verfügung in Form von unterschiedlichen Persönlichkeitsfacetten, das sind die Regler auf dem Mischpult: Oft laufen diese Regler aber auf einer Art Standardmodus. Im Coaching geht es nun darum, dieses eigene Mischpult überhaupt erst zu entdecken und dann bewusst zu bedienen. Je nach Situation. Das Ziel ist, dass man nicht immer gleich impulsiv reagiert, sondern flexibel handelt."
Welche Themen sind dir darüber hinaus in deinen Trainings besonders wichtig?
"Der Umgang mit Unsicherheit und Angst. Das sind Themen, die im Führungsalltag oft ausgeblendet werden. Dabei sind sie extrem wichtig, denn wenn sie nicht beachtet werden, blockieren sie Veränderung. Wenn man aber lernt, mit ihnen umzugehen, können sie echte Treiber sein. Deshalb arbeite ich viel daran, dass Führungskräfte diese Themen nicht verdrängen, sondern annehmen und nutzen."

Gibt es konkrete Ziele, die du mit deiner Arbeit erreichen möchtest?
"Ja, ich möchte, dass Menschen sich weiterentwickeln, ohne sich zu verbiegen. Es geht nicht darum, ein anderer Mensch zu werden. Sondern darum, vorhandene Ressourcen wieder freizulegen. Also Dinge, die eigentlich da sind, aber oft verschüttet wurden. Wenn das gelingt, entsteht eine neue Form von Selbstbewusstsein – ruhiger, klarer und gleichzeitig kraftvoller."
„Ich kombiniere Empathie und Leistungsorientierung. Das heißt: Ich kann gut zuhören und wahrnehmen, was bei anderen passiert, aber gleichzeitig klar auf konkrete Ziele hinarbeiten.“
Was brauchst du, um diese Ziele zu erreichen?
"Neugier und Veränderungsbereitschaft. Ohne diese beiden Dinge funktioniert Entwicklung nicht. Aber oft müssen wir erst einmal die Blockaden dahinter anschauen – Unsicherheiten, Ängste, alte Muster. Ich liebe es, genau dort anzusetzen und zu sehen, wie sich Schritt für Schritt etwas verändert."

Verrat uns bitte etwas über dich als Mensch.
"Vielleicht mit das Wichtigste: Ich bleibe ruhig, auch wenn es emotional wird oder Konflikte entstehen. Gerade diese Ruhe gibt vielen Menschen Sicherheit."
Und wann bist du in deiner Kraft?
"Wenn ich mir selbst Raum gebe. Achtsamkeit und Meditation spielen dabei eine große Rolle. Wenn ich regelmäßig Zeit dafür habe, bin ich klarer, fokussierter und wirksamer. Und natürlich, wenn ich mit Menschen an echten Themen arbeiten kann."

Was begeistert dich außerhalb der Arbeit für forma mentis?
"Ich bin ehrenamtlich im Vorstand eines Trägers für soziale Jugendhilfe aktiv. Das ist mir sehr wichtig, weil ich mich gesellschaftlich einbringen möchte. Außerdem bin ich Mitgesellschafter einer Familienfirma, die Sportevents organisiert – vor allem im Bereich Freiwasserschwimmen. Das passt gut zu meiner Leidenschaft für Sport. Privat bin ich viel unterwegs auf Konzerten, Kulturveranstaltungen oder auf Reisen – etwa nach Italien. Und ich begleite den Weg meiner drei erwachsenen Kinder, wenn sie meinen Rat möchten."
Hast du ein persönliches Motto?
„Führung ist die ultimative Herausforderung zur persönlichen Weiterentwicklung.“